Der internationale Markt für landwirtschaftliche Produkte

Landwirte in Industrieländern erhalten schätzungsweise das 1,3 bis 1,5-fache des Weltmarktpreises an Unterstützung (IMF/Worldbank 2002). Derart angeheizte Produktionsüberschüsse werden auf den Weltmarkt gedumpt und zwar zu Preisen bis zu 75% unter Herstellkosten (z. B. EU-Zucker). Besonders krasse Beispiele sind für die EU ausserdem Weizen und Milchpulver, für die USA Weizen, Soja und Mais. In Jamaika wurde der Markt für lokale MilchproduzentInnen durch den Import von in der EU hoch subventionierter Milch zerstört. Zusätzlich finden agrarische Ueberschüsse als "Hilfe" den Weg in Entwicklungsländer, und verdrängen dortige Produzenten.

 

Der Markt für Krankenversicherungen

Der freie Markt führt ohne staatliche Regulierung zu risikogerechten, individuell unterschiedlichen Prämien. Dieses Ergebnis wird als ungerecht eingeschätzt, weil dadurch kränkere Personen höhere Prämien bezahlen müssen als gesündere. Die Versicherungen werden angehalten, eine durchschnittliche Prämie zu verlangen. Für gute Risiken ist diese Prämie dann zu hoch. Sie verlassen die Versicherung. Es verbleiben nur die schlechten Risiken. Für diese Risiken ist aber die durchschnittliche Prämie zu tief. Der Prämiensatz muss angehoben werden. Dieser erhöhte Prämiensatz drängt wieder alle jene aus der Versicherung, die aufgrund ihres Krankheitsrisikos weniger zu zahlen bereit sind. Gute Risiken wandern zu den Krankenkassen mit tiefen Prämien. Je gesünder jemand ist, um so grösser ist für ihn der Anreiz, zu einer günstigen Kasse zu wechseln. Aber auch die schlechten Risiken verbleiben nur zum Teil bei den Kassen mit hohen Prämien, da eine asymmetrische Informationsverteilung vorherrscht. Die Versicherten können ihr individuelles Krankheitsrisiko besser einschätzen als die Krankenkassen und sie können dieses Krankheitsrisiko z.B. durch ihren Lebensstil beeinflussen. Sie haben gegenüber den Krankenkassen einen Informationsvorsprung. Diesen Informationsvorsprung ermöglicht es auch schlechten Risiken zu Kassen mit tiefen Prämien zu wechseln. Je grösser das verdeckte Krankheitsrisiko, umso grösser ist der Anreiz zu einer billigen Kasse zu wechseln. In billigen Kassen sammeln sich bei Durchschnittsprämien folglich einerseits Personen mit sehr guter Gesundheit und solche mit einem sehr hohen, aber nicht erkennbarem Gesundheitsrisiko. Diese zweite Gruppe gefährdet die Zahlungsfähigkeit der Kassen mit tiefen Prämien. Besteht, wie in der Schweiz bei der Grundversicherung, eine Versicherungspflicht, können Kassen mit tiefen Prämien schlechte Risiken nicht abwehren. Sie fokussieren sich darauf, gute Risiken anzuziehen. Kassen mit hohen Prämien sind bestrebt, schlechte Risiken abzustossen und gute Risiken am Weggang zu hindern.