Wirtschaftssystem

 
 
 

Wirtschaftsbeziehungen
zur Umwelt

Aus der Umwelt werden Rohstoffe für die Produktion von Gütern entnommen, Abfälle werden in die Umwelt entsorgt. Boden, Luft und Wasser werden zur Produktion von Gütern genutzt und mit Schadstoffen belastet. Der Umweltschutz zielt auf eine nachhaltige Nutzung der Natur. Eine Uebernutzung soll vermieden werden. Der Umweltschutz will Umweltschäden vermeiden und entstandene Umweltschäden reparieren.

Eine Volkswirtschaft setzt für ihre wirtschaftlichen Aktivitäten nicht nur Arbeit und Kapital ein, sondern auch die Natur. Sie tut dies zum einen, indem aus der Umwelt Rohstoffe (wie Kohle und andere Energieträger, Mineralien oder Erze) und Wasser entnommen oder Fläche z. B. für die landwirtschaftliche Produktion, als Standorte für Industrie und Gewerbe, zum Wohnen oder für Erholungszwecke genutzt werden. Darüber hinaus stellt die Natur aber auch Dienstleistungen für die Wirtschaft zur Verfügung, etwa indem sie Rest- und Schadstoffe aufnimmt und abbaut. Nicht nur die Entnahme von Material oder Energie aus der Natur stellt also eine Nutzung dar, sondern auch die Abgabe von Abfällen, Abwasser oder Luftemissionen.

Diese unmittelbaren Material- und Energieflüsse von der Umwelt in die Wirtschaft und wieder zurück sowie die Bodennutzung sind eine erste Form der Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umwelt.

Es handelt sich - aus "Umweltsicht" - um Belastungen oder Einwirkungen auf die Umwelt, die zu Aenderungen des Umweltzustands bzw. des Naturvermögens führen. Diese Veränderungen sind einerseits quantitativer Art (z. B. werden die Rohstoffvorkommen geringer), haben aber auch viele qualitative Aspekte (die Luftqualität verschlechtert sich auf Grund von Schadstoffemissionen, die Artenvielfalt in Oekosystemen nimmt ab usw.).

Diese negativen Veränderungen haben in den letzten Jahrzehnten zu der Einsicht geführt, dass die Natur ein entscheidender und knapper Produktionsfaktor ist und dass Aenderungen des Umweltzustands ihrerseits eine Einschränkung wirtschaftlicher Nutzungsmöglichkeiten nach sich ziehen können.

Die Umwelt muss also vor Uebernutzungen geschützt werden. Im Wirtschaftkreislauf werden deshalb von Produzenten und Endverbrauchern teilweise Massnahmen zum Umweltschutz ergriffen, mit deren Hilfe der Umweltzustand für eine nachhaltige Nutzung so weit wie möglich erhalten werden soll. Die Umweltschutzmassnahmen zielen entweder darauf ab, Umweltbelastungen vorsorgend zu vermeiden (z. B. Rauchgasentschwefelung) oder bereits eingetretene Schäden nachsorgend zu beseitigen (z. B. Altlastensanierung).

Die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umwelt beschränken sich also nicht auf Umweltbelastungen, vielmehr umfasst das Beziehungsgefüge auch die durch die Umweltbelastungen hervorgerufenen Veränderungen des Umweltzustandes sowie die Massnahmen zu deren Vermeidung oder zur Behebung von Schäden.