Dr. Serge Gaillard: Die Volkswirtschaft, 2-2004

Wie kam es zum Anstieg der Staatsquote?

Die öffentlichen Ausgaben sind seit 1990 jährlich um 1,7% gestiegen (alle Zahlen sind teuerungsbereinigt). Pro Kopf fällt die Zunahme mit 1,2% noch geringer aus, weil die Wohnbevölkerung stetig gestiegen ist. Besonders hoch ist eine jährliche Zunahme der Ausgaben um 1,7% allerdings nicht. Leider ist die Wirtschaft in dieser Periode mit jährlich 0,7% fast nicht gewachsen. Das hat zu einem Anstieg der Staatsquote geführt. Wäre die Wirtschaft in diesen 13 Jahren ebenfalls um 1,7% jährlich gewachsen, wäre die Staatsquote stabil geblieben.

Dabei hätte die Schweiz durchaus das Potenzial für ein solches Wachstum gehabt. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ist in dieser Zeit jährlich um rund ein halbes Prozent gewachsen; zusätzlich hat die Erwerbsquote der Frauen stark zugenommen. Bei normaler Auslastung der Wirtschaft und entsprechend hoher Investitionstätigkeit hätte auch die Arbeitsproduktivität jedes Jahr um etwas mehr als 1% zugenommen, sodass die Schweiz in diesen 13 Jahren durchaus um 1,7% jährlich hätte wachsen können. Leider verharrte die Wirtschaft in den Jahren 1991 bis 1996 wegen geldpolitischer Fehler in der Stagnation.