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Staatshaushalte

Der öffentliche Sektor, zu dem in der Schweiz der Haushalt des Bundes, die Haushalte der Kantone und der Gemeinden sowie die Sozialversicherungen (AHV, IV, Al) gehören, beeinflusst das Wirtschaftsgeschehen über seine Einnahmen und seine Ausgaben. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben, Defizit oder Ueberschuss, vergrössert oder reduziert die Staatsverschuldung.

Die Staatseinnahmen (Einnahmen von Bund, Kantone und Gemeinden) erreichten im Jahre 2006 150 Mia Franken. Rund 72 % davon waren Steuererträge. Für rund 50 % der 150 Mia Fr. beschaffte der Staat Güter , die andern 50 % flossen als Löhne, Zinsen, Unterstützungen und Zuschüsse an die Haushalte und Unternehmen zurück.

Die totale Staatsverschuldung ende 2002 betrug 235 Mia Fr, 55 % des Bruttoinlandprodukts. Sie hat im Jahr 2002 nur unwesentlich zugenommen.

Die Staatsquote misst das Verhältnis von Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sie soll den Anteil der staatlichen und staatlich bedingten wirtschaftlichen Aktivität an der wirtschaftlichen Gesamtleistung einer Volkswirtschaft aufzeigen.

Die offizielle Berechnung der Staatsausgaben in der volkswirtschaftl. Gesamtrechnung kann zwischen einzelnen Ländern erheblich variieren, je nachdem, in welchem Umfang zu den in den Haushalten der Gebietskörperschaften (Zentralstaat; regionale Einheiten; Gemeinden) ausgewiesenen Ausgaben auch die Ausgaben staatsnaher Einrichtungen hinzugerechnet werden, wie z. B. die von öffentlichen Spitälern. Die Staatsquote ist folglich im internationalen Vergleich nur ein grobes Mass für den relativen Anteil der staatlichen und staatlich bedingten wirtschaftlichen Aktivität an der wirtschaftlichen Gesamtleistung einer Volkswirtschaft. Sie ist zudem eine unechte Quote. Nicht alle Staatsausgaben sind ein Teil des Bruttoinlandprodukts. Denn in den Staatsausgaben sind Zinszahlungen und vor allem auch Zahlungen an private Haushalte (Transfers) und Subventionen an Unternehmen enthalten. Diese Zahlungen sind jedoch Teile des privaten Konsums beziehungsweise der Unternehmensinvestitionen und werden, um Doppelzählungen zu vermeiden, im Bruttoinlandsprodukt nicht mitgezählt.

In der Schweiz verwendete der öffentliche Sektor im Jahre 2003 für die Beschaffung von Gütern gemäss der volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung rund 15 % des schweizerischen Bruttoinlandprodukts (63 Mia Fr. von 433 Mia Fr BIP). Die Ausgaben von Bund, Kantone und Gemeinden entsprachen im Jahre 2002 ca. 31 % des Bruttoinlandprodukts. Die OECD gibt als Staatsquote für die Schweiz für das Jahr 2002 38.4 % an. Rund 50% der Ausgaben der privaten Haushalte sind sogenannte Zwangsausgaben (Steuern, Abgaben, Beiträge an die Sozialversicherungen AHV/IV, AlV, Krankenkassen, Berufsvorsorgeeinrichtungen etc.).

Je nach Definition beträgt die Staatsquote in der Schweiz also 15 bis 50 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Die Rolle des Staates hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz - wie in den meisten Industrieländern - wesentlich verändert: Mit der wachsenden Bedeutung von Infrastrukturleistungen (Verkehr, Telekommunikation, Umweltschutz) und von Umverteilungszielen (soziale Wohlfahrt, Subventionen) ist der Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandprodukt beträchtlich gestiegen.

Die von der OECD für die Schweiz ermittelte Staatsquote hat in den letzten 30 Jahren von 30% auf 35% zugenommen. Bei den öffentlichen Haushalten ist der Anstieg weniger stark als bei den obligatorischen Sozialversicherungen.

Trotz des Anstiegs steht die Schweiz im internationalen Vergleich nicht schlecht da: Viele europäischen Länder weisen eine deutlich höhere Staatsquote auf.