Produzenten von Finanzdienstleistungen

 
      
   

Das Bankensystem

Banken präsentieren sich als Unternehmen, die Finanzdienstleistungen erbringen. Im Zentrum steht das Kreditgeschäft. Banken nehmen von Anlegern Geld entgegen und leihen Geld an Investoren. Sie vollziehen dabei eine mehrfache Transformation, nämlich

  • eine Fristentransformation, indem kurzfristig überlassene Gelder (Sicht-, Termin-, Sparanlagen) für längerfristige Kredite verwendet werden;
  • eine Losgrössentransformation, d.h. die Umwandlung der relativ kleinen Beträge der Anleger, besonders der Sparer, in die für Kreditnehmer notwendigen grösseren Summen und
  • eine Risikotransformation, indem die von Kunden überlassenen Gelder auf eine grosse Zahl Kreditsuchender verteilt werden, so dass sich das Ausfallrisiko insgesamt verringert.

Darüber hinaus übernehmen die Finanzinstitute die volkswirtschaftlich wichtige Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und bieten wichtige Beratungsleistungen für Unternehmer und Privatpersonen hinsichtlich Geld-, Kredit- und Anlagefragen.

Das Geld: Von den Banken kommt's, zu den Banken geht's.

Das Bankensystem als Ganzes reguliert die Geldmenge. Kontrolliert durch die Notenbank vollzieht das Bankensystem die Geldschöpfung und die Geldvernichtung. Das Bankensystem ist für das Geld Quelle und Senke.

 

Aus der Geldmengenstatistik der Schweizerischen Nationalbank:

Oktober 2007

Bargeldumlauf
35'489 Mio Fr.
Sichteinlagen
138'994 Mio Fr.

Einlagen auf Transaktionskonti
(Spar- und Depositenkonti , die vor allem
Zahlungszwecken dienen)

89'762 Mio Fr.
Geldmenge M1
264'245 Mio Fr.
Spareinlagen
174'865 Mio Fr.
Geldmenge M2
439'110 Mio Fr.
Termineinlagen
172'121 Mio Fr.
Geldmenge M3
611'231 Mio Fr.

Notenumlauf
38'396 Mio Fr.
Guthaben inl. Banken auf Girokonten bei der Nationalbank
4'957 Mio Fr.
Notenbankgeldmenge
43'353 Mio Fr.
     

Für Bargeld (Münzen und Noten) hat die Notenbank das Monopol. Nur sie kann die Nachfrage nach Bargeld abdecken. Bargeld wird durch Kredite der Notenbank an die Geschäftsbanken in Umlauf gebracht. Als Buchgeld bezeichnet man Geld auf Bankkonti, über das die Konteninhaber zu Zahlungszwecken bargeldlos sofort oder kurzfristig verfügen können. Die Geschäftsbanken schaffen durch ihre Kreditvergabe Buchgeld. Buchgeld entsteht somit durch Schulden von Nichtbanken an Banken.

Die schweizerische Nationalbank orientiert sich für ihre Geldpolitik an der Notenbankgeldmenge. Sie umfasst den gesamten Notenumlauf und die Guthaben der Geschäftsbanken auf den Girokonten bei der Nationalbank. Die Geldmengenaggregate M1, M2 und M3 umfassen das Bar- und Buchgeld, also das Noten- und Münzgeld und die auf Bankkonti gehaltenen Guthaben des Nichtbankensektors (der Unternehmen aller andern Wirtschaftssektoren und der Haushalte). Die M1 zeigt die liquiden Mittel, also die Geldmenge, die ohne Zeitverzug für Zahlungen eingesetzt werden kann. Zur M2 und M3 gehören auch Guthaben, über die nicht sofort verfügt werden kann, die aber nach Ablauf von kurzen Fristen ebenfalls zum Zahlen verwendet werden können.