Marktmachtt
 
 
 


Marktversagen infolge von

Marktmacht

Gelingt es, die Zahl der Marktteilnehmer klein zu halten, den Marktzutritt durch Zutrittshemmnisse für neue Konkurrenten zu erschweren, den direkten Vergleich von Marktleistungen zu verunmöglichen, allgemein Transparenz und Homogenität zu vermindern, gewinnen einzelne Marktteilnehmer gegenüber den andern an Marktmacht. Sie können den Preis beeinflussen.

Einschränkung der Zahl der Konkurrenten

Je weniger Wettbewerb ein Marktteilnehmer erfährt, desto grösser ist sein Spielraum beim Festsetzen der Preise. Im Extremfall Monopol konzentriert sich das ganze Angebot und/oder die ganze Nachfrage auf einen einzigen Marktteilnehmer und entsprechend gross ist seine Marktmacht. Bei monopolistischer Konkurrenz beherrscht ein Marktführer das Marktgeschehen. Unternehmen mit kleinem Marktanteil sind in Symbiose mit dem Marktführer und profitieren von seiner Hochpreispolitik. Für den Leader sind sie Ansporn, seine eigene Leistungsfähigkeit zu erhalten. Sie verhüten, dass der Marktführer träge wird. Sie sichern damit langfristig seine Marktmacht. Bei einem Oligopol beherrschen wenige Marktteilnehmer mit grossem Marktanteil den Markt. Kein Oligopolist kann agieren, ohne sich zu überlegen, wie die andern auf seine Aktionen reagieren werden. Oligopolistischen Marktsituationen begünstigen wettbewerbsbeschränkende Absprachen. Ueber Kartellvereinbarungen sichern Oligopolisten ihre Marktmacht.

Marktzutrittsbarrieren

Als Marktzutrittsbarrieren wirken Umstände, die es neuen Unternehmen schwer machen, in einer Branche Fuss zu fassen. Verbreitet sind Barrieren, die vom Staat zum Schutz der einheimischen Produktion errichtet werden. Durch Zölle, Einfuhrkontrollen, Zulassungsbeschränkungen, Bauvorschriften und andern "legalen" Massnahmen wird die Konkurrenz eingedämmt. Neben derartigen künstlichen Zutrittsbarrieren stehen natürliche Zutrittsschranken. Hohe Transportkosten, Sprachgrenzen, stark ausgeprägte regionale Unterschiede schützen lokale Anbieter. Hohe Marktzutrittskosten verhindern das Aufkommen neuer Konkurrenten. Je grösser und je kapitalintensiver die bestehenden Unternehmen sind, umso schwieriger ist es für einen Newcomer. Gute Standorte sind schon besetzt. Fähige Mitarbeiter sind über ein Konkurrenzverbot gebunden und können nicht ohne weiteres abgeworben werden. Das aquisitorische Potential der bestehenden Unternehmen verhindert, dass ein neuer Konkurrent rasch Marktanteil gewinnen kann. Seine Durststrecke bis zu den schwarzen Zahlen ist lang. Sein Risiko ist somit hoch, dass sein Markteintritt misslingt und die hohen Anfangsinvestitionen abgeschrieben werden müssen. Wachstumsmärkte bieten für neue Unternehmen einen bessern Zugang als gesättigte Märkte. Je grösser ein Markt ist, umso leichter hat es ein neuer Konkurrent. In einem engen Markt operieren in der Regel nur wenige Unternehmen, die ihre Marktpositionen entschlossen verteidigen, und es fehlt an Marktnischen.

Produkteindividualisierung und Preisverschleierung

Anbieter gewinnen Marktmacht, wenn es ihnen gelingt, den Preisvergleich zu Konkurrenzprodukten zu erschweren oder sogar zu verunmöglichen. Dies gelingt ihnen über die Produktgestaltung sowie über die Preis- und Konditionenpolitik. Man kreiert Markenprodukte und ist für diese Markenprodukte alleiniger Anbieter. Unüblichen Verpackungsgrössen (923g statt 1 kg), von der Norm abweichende Dosierungen (80% statt 100% Fruchtsaft), Multipacks (Wein im 6er Karton), Zugaben (die Kinderüberraschung), Preisangaben am Regal statt auf der Ware, ständig wechselnden Aktionspreise, komplizierte zeitliche und personelle Preisdifferenzierungen und vieles mehr erschweren dem Nachfrager den Vergleich zur Konkurrenz. Bei Kuppelprodukten (Früchtekorb) kennt der Käufer oft den Preis des Einzelproduktes nicht.

Externe Effekte