Den Ausschlag für die Wohlstandssteigerung gibt auf Dauer der technologische Fortschritt, also die Innovationen in den Schlüsselbranchen einer jeden Volkswirtschaft. Die Wirtschaft wächst langfristig nur dann, wenn ständig alte Güter, Dienstleistungen und Produktionsverfahren durch neue ersetzt werden, eine hohe Dynamik durchgehalten werden kann.

Der technische Fortschritt manifestiert sich als Produktinnovation und als Prozessinnovation. Bei der Produktinnovation geht es um die Schaffung neuer, bis dahin unbekannter Produkte, bzw. besserer Qualitäten schon bekannter Produkte. Die Erfindung des Autos oder des Mobiltelefons sind solche Produkteinnovationen. Als Prozessinnovation bezeichnet man den Uebergang zu kostengünstigeren Produktionsverfahren, die es gestatten, eine gegebene Produktionsmenge mit geringeren Kosten, bzw. mit gegebenen Kosten eine grössere Produktionsmenge herzustellen. Die Umstellung auf Fliessbandarbeit, der Einsatz von Robotern, die Herstellung von Computer-Chip mit der sogenannten "Kupfertechnik" sind Beispiele für Prozessinnovationen. Typisch für Prozessinnovationen ist, dass die Technik am Anfang schlecht beherrscht wird und viel Ausschuss entsteht. Mit der Zeit lernt man den Umgang mit der neuen Technik und die neuen Verfahren steigern die Produktivität.

Die Prozessinnovation lässt sich grafisch besonders gut darstellen: Der technische Fortschritt kann man sich als eine Verschiebung der Produktionsfunktion vorstellen. Sie kommt dadurch zustande, dass die Produktionsfaktoren leistungsfähiger werden. Es lässt sich Arbeit und/oder Kapital sparen. Im Isoquantenbild verschiebt der technische Fortschritt die Isoquante zum Ursprung hin. Eine bestimmte Produktionsmenge kann mit weniger Arbeit, oder mit weniger Arbeit und weniger Kapital, oder mit weniger Kapital hergestellt werden.