Zum Nachdenken:
Die Produktivität in der Schweiz

Für die Schweiz gilt: Trotz Fleiss kein Preis.

Die Schweizer arbeiten weltweit am meisten Stunden. Da wir trotzdem kaufkraftbereinigt nicht die Reichsten sind, heisst das, dass wir pro Arbeitsstunde weniger leisten als andere Nationen. Die Schweiz weist eine vergleichsweise niedrige Arbeitsproduktivität auf. Unser Reichtum wird vor allem durch eine hohe Arbeitsmarktpartizipation (wenig Arbeitslose) und lange Lebensarbeitszeiten geschaffen.

Die Produktivität ist je nach Branche sehr unterschiedlich: Ein Bankangestellter in der Schweiz ist viermal produktiver als ein Bauarbeiter, fünfeinhalbmal produktiver als ein Schweizer Landwirt und achtmal produktiver als eine Haushaltshilfe. In der Versicherung ist die Wertschöpfung pro Kopf in Franken nur halb so gross wie in der Chemie, aber doppelt so gross wie in der Textilindustrie. In der Textilindustrie waren 1997 68 % der Beschäftigten Ungelernte, in der Chemie waren es nur 22,6 %, bei den Versicherungen 11,1 %.

Produzieren wir die falschen Güter und ist deshalb unsere Produktivität zu niedrig ?

Ist der fehlende Wettbewerb vor allem bei binnenorientierten Branchen die Ursache der zu niedrigen Produktivität ?

Welche konkreten wirtschaftpolitischen Massnahmen könnten die schweizerische Produktivität steigern ?