Die Bevölkerungsstruktur der Schweiz

VOM DREIECK ZUM PILZ

Beim Vergleich der Alterspyramiden von 1900 und 1990 fällt auf, dass die Basis schmäler, der Bereich der mittleren Jahrgänge dafür kräftiger und die Spitze höher geworden sind. Ursachen dieser Entwicklung liegen in den geburtenstarken Jahrgängen zwischen 1940 und 1965, im Geburtenrückgang ab 1966 (Pillenknick), in der allgemein gewachsenen Lebenserwartung und in der besonderen Altersstruktur der Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz, bei denen die mittleren Jahrgänge stark vertreten sind. Bis zum Jahr 2050 wird mit einer weiteren, kräftigen Zunahme der über 64jährigen Personen gerechnet, während die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (0 bis 29jährige) im Vergleich zu 1990 um fast 10 Prozent sinken dürfte.

Die Menschen in unserem Land werden immer älter,
und die Frauen bringen Kinder nur noch spärlich zur Welt !

2,1 Kinder je Frau wären nötig, um den Generationenbestand zu erhalten. Im Jahr 2000 betrug die Geburtenrate aber lediglich 1,3 Kinder bei Schweizerinnen und 1,5 Kinder im Durchschnitt aller Frauen. Eine Besserung ist nicht in Sicht. 1964 wurde mit einer Fertilitätsrate von 2,68 Kindern je Frau der Höhepunkt erreicht. Bis Mitte der Siebzigerjahre nahm sie auf durchschnittlich 1,5 Kinder je Frau ab. Die Fertilität sinkt weiter: Die Fertilitätsrate von Schweizer Frauen wird in den nächsten Jahrzehnten von 1,3 auf 1,2 Kinder je Frau weiter sinken. Gleichzeitig steigt das mittlere Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes. Dies unter dem Vorzeichen, dass die Konkurrenz zwischen Mutterschaft und Erwerbstätigkeit weiter zunehmen wird, denn immer mehr Mütter steigen wieder in den Job ein, bilden sich weiter und besetzen zunehmend hochqualifizierte Positionen. Zudem sind von der öffentlichen Hand, aber auch von der Wirtschaft, verbesserte Betreuungsstrukturen für Kinder zu erwarten.   Ausländerinnen sorgen für mehr Nachwuchs: Der Fertilitätsrückgang bei den Schweizer Frauen wurde bis heute durch die höhere Kinderzahl der in der Schweiz niedergelassenen Ausländerinnen kompensiert. Mit 2,1 Kindern je Frau tragen sie zum Fortbestand der hiesigen Bevölkerung bei. Die Fertilität der ausländischen Frauen hängt in erster Linie von den Geburtenraten in ihren Herkunftsländern und dem Grad ihrer Integration im Zielland ab. Für die nächsten Jahrzehnte ist anzunehmen, dass die Einwanderung vermehrt aus Ländern erfolgt, die relativ zu der Schweiz hohe Geburtenraten aufweisen.

Die Leute leben immer länger !

Bis 2030 wird sich die Lebenserwartung der Männer von heute 76,7 auf 81,8 Jahre, diejenige der Frauen von 82,6 auf 87,1 Jahre verlängern. Die Schweiz ist damit neben Schweden und Japan Spitzenreiter. Die ohnehin sehr geringen Unterschiede in der Sterblichkeit zwischen Schweizern und Ausländern werden bis 2030 verschwinden.

Die Jugend schrumpft !

Der Anteil der Jugendlichen unter 20 Jahren betrug im Jahr 2000 in der Schweiz 23,1%, derjenige der über 65-Jährigen 15,4%. Vor 20 Jahren lagen diese Anteile bei 27,1% bzw. 13,9% und am Anfang des Jahrhunderts bei 40,5% bzw. 5,8%. Der Anteil der 65-Jährigen und älteren an der Gesamtbevölkerung wird von 15,4% auf 24,3% im Jahr 2030 steigen, derjenige der Jugendlichen unter 20 Jahren von 23,1% auf 19,3% schrumpfen. Der Alterslastquotient wird sich von 25,0% auf 43,2% erhöhen. Dies bedeutet eine Verschlechterung des Verhältnisses zwischen aktiver Bevölkerung und Rentnerbevölkerung von 4 zu 1 auf 2,3 zu 1.