Wohlstand

Wohlstand und Lebensqualität


Arbeit und Freizeit

Die Büglers bewohnen eine grosse Villa, fahren schnelle Autos, leisten sich luxeriöse Ferien: Frau Bügler ist Oberärztin an der dermatologischen Universitätsklinik und hat viele Privatpatienten. Herr Bügler leitet ein Handelsunternehmen für pharmazeutische Spezialitäten. Beide arbeiten 60 - 80 Stunden je Woche, sehr oft auch am Wochenende. Büglers opfern ihre Freizeit, um einen hohen Einkommenszufluss zu erreichen.

Wohlstand, der durch einen unverhältnismässig grossen Arbeitseinsatz erzielt wird, schmälert die Lebensqualität. Wahrer Wohlstand wird nicht geschaffen, indem man auf Freizeit verzichtet, um statt dessen Geld zu verdienen. Wahrer Wohlstand entsteht dann, wenn die Arbeitsproduktivität gesteigert wird. Bei gleichbleibender Anzahl an Arbeitsstunden wird ein - im Vergleich zu vorher - höheres Einkommen erzielt. Damit wird echter Wohlstand geschaffen.

Die USA steht bei der Weltrangliste des Bruttoinlandprodukts je Kopf an der Spitze, rangiert aber beim Bruttoinlandprodukt pro Arbeitsstunde nur an neunter Stelle. Die Amerikaner verfügen über mehr Geld, weil sie weniger Freizeit haben. Wird das Bruttoinlandprodukt nicht pro Kopf, sondern pro Arbeitsstunde berechnet, fällt Japan in der weltweiten Rangliste von Platz 3 auf Rang 18 zurück, während Belgien vom zehnten Platz auf die Siegerposition vorrückt.