Der entgangene Nutzen der besten nicht gewählten Alternative:
Die Opportunitätskosten

 

Wirtschaften heisst, zwischen Alternativen wählen. Will man das eine, muss man auf anderes verzichten.

Nancy hat es schwer im Leben: Wenn sie ins Training geht, dann hat sie keine Zeit zum Lernen. Wenn sie Physik büffelt, dann kann sie nicht mikroskopieren. Wenn sie schwimmen geht, kann sie nicht zum Basketball. Wenn sie die Haare kurz schneiden lässt, dann kann sie die Haare nicht mehr lang tragen. Wenn sie sich ein neues Bett kauft, dann hat sie kein Geld mehr für die Ferien. Wenn sie heiratet, muss sie auf das Single-Leben verzichten. Wenn sie Stefan heiratet, muss sie den Andi fahren lassen. Wenn sie das rote Kleid anzieht, bleiben die engen schwarzen Hosen und die blaue Bluse mit dem tollen Rückenausschnitt im Kleiderkasten. Wenn sie bei Michi übernachtet, kann sie nicht zuhause im bequemen Bett schlafen. Der Krimi in SAT1 läuft zur gleichen Zeit wie der Musikantenstadl. Das Konzert der Girly ist am gleichen Abend wie das Fussballspiel. Soll Nancy die Bahn oder das Auto benützen ? Soll sie einen VW-Golf oder einen Opel Astra kaufen oder soll sie überhaupt kein Auto kaufen und das Geld in Aktien anlegen ? Soll sie schuften bis zum Herzinfarkt oder soll sie auf all den schönen Luxus im Leben verzichten ?

 

Die Opportunitätskosten einer gewählten Alternative bestehen im entgangenen Nutzen, bzw. im entgangenen Gewinn der besten nicht gewählten Alternative. Wenn ein Staat beschliesst, mehr Geld für das Militär auszugeben, so sind die Opportunitätskosten im Nutzen zu sehen, auf den der Staat verzichtet, weil er das Geld nicht anderweitig, z.B. für die Bildung, aufwendet.

Das Opportunitätskostenkonzept ist eines der tragenden Konzepte für wirtschaftliches Handeln. Jeder Einzelne hat das Problem, wie er sein limitiertes Einkommen bestens verwenden will. Will er von einem Gut mehr, muss er sich mit weniger bei einem andern Gut zufrieden geben. Wenn er länger arbeitet, hat er weniger Freizeit. Je mehr Zeit für Arbeit aufgewendet wird, umso höher werden die Opportunitätskosten infolge der entgangenen Freizeit. Die Freizeit wird immer wertvoller. Aber auch für die Betriebe spielt das Opportunitätskostenprinzip eine wichtige Rolle. Das Geld, das z.B. in Maschinen investiert wird, fehlt anderweitig. Auf alle Fälle entgehen dem Unternehmen die Zinsen, die das Geld abgeworfen hätte.

 


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