Die Güter

sind Mittel zur Bedürfnisbefriedigung.

 

Güter stiften Nutzen. Wer ein Gut beschafft, erwartet, dass es ihm einen Nutzen bringt. Er ist deshalb auch bereit, für das Gut einen Preis zu bezahlen.

Cuno hat vergebens während einer Stunde in der Konditorei auf seine Freundin gewartet. Traurig verschlingt er sechs Erdbeertörtchen, dann geht er ins Kino, anschliessend trinkt er im Rössli bis zur Polizeistunde Bier, torkelt dann in den nahegelegenen Stadtpark und legt sich zum Schlafen auf eine Sitzbank.

 

 

Der Beitrag eines Gutes an die Bedürfnisbefriedigung bezeichnet man als seinen Nutzen.

Güter haben in der Regel einen Grundnutzen. Sie dienen vorrangig der Befriedigung eines bestimmten Bedürfnisses. Bier löscht z.B. den Durst. Oft ist aber der Zusatznutzen oder der Nebennutzen eines Gutes wichtiger als der Grundnutzen. Bier macht z.B. betrunken, bringt einem in eine fröhliche Stimmung, dient zum Waschen der Haare.

Eine Gesamtmenge eines Gutes, z.B. sechs Erdbeertörtchen, erbringt einen Gesamtnutzen. Sechs Erdbeertörtchen lassen den erlittenen seelischen Schmerz vergessen. Teilt man den Gesamtnutzen durch die Anzahl der Teilmengen, erhält man den Durchschnittsnutzen. Bei sechs Erdbeertörtchen lindert ein Erdbeertörtchen im Durchschnitt den erlittenen Schmerz um einen Sechstel. Der Nutzenzuwachs, der durch die Erhöhung der Menge eines Gutes um eine Einheit eintritt, bezeichnet man als Grenznutzen. Der Verzehr des ersten Erdbeertörtchens bingt den grössten Grenznutzen. Schon nach dem ersten Erdbeertörtchen gehts einem viel besser. Der Beitrag des 2. Törtchens an die Linderung des Schmerzens ist schon viel kleiner. Es hat gegenüber dem ersten einen kleineren Grenznutzen. Beim Verzehr des dritten, vierten, fünften und sechsten Törtchens wird der Grenznutzen immer kleiner. Nach dem sechsten Törtchen würde ein weiteres eine Magenverstimmung hervorrufen. Es würde auf alle Fälle den seelischen Schmerz nicht mehr weiter lindern. Es hat keinen Grenznutzen mehr. Es führt zu einem Schaden und es würde den Gesamtnutzen aller verzehrten Erdbeertörtchen mindern. Es gilt das sogenannte 1. Gossensche Gesetz (Hermann Heinrich Gossen 1810 - 1858)

 

Aus "Entwicklung der Gesetze des menschlichen Verkehrs und der daraus fliessenden Regeln für menschliches Handeln" von Hermann Heinrich Gossen, 1854:

Gesetz des abnehmenden Grenznutzens (1. Gossensches Gesetz):
Wenn man ein bestimmtes Bedürfnis mit einem entsprechenden Gut befriedigt, indem fortlaufend eine Einheit dieses Gutes nach der anderen verwendet wird, dann nimmt der Nutzen, den jede zusätzliche Einheit stiftet, immer mehr ab, bis schliesslich eine Sättigungsgrenze erreicht wird.

"Die Grösse ein und desselben Genusses nimmt wenn wir mit der Bereitung des Genusses ununterbrochen fortfahren fortwährend ab bis zuletzt Sättigung eintritt."

 

Gesetz des Grenznutzenausgleichs (2. Gossensches Gesetz):
Der Grenznutzen eines jeden Gutes geteilt durch den Preis dieses Gutes muss für alle Güter übereinstimmen. Der letzte für das Gut x ausgegebene Franken muss im Haushaltsgleichgewicht denselben Nutzenzuwachs erzeugen wie der letzte für irgend ein anderes Gut ausgegebene Franken.

 

"Der Mensch, dem die Wahl zwischen mehreren Genüssen frei steht, dessen Zeit aber nicht ausreicht, alle vollaus sich zu bereiten, muss, wie verschieden auch die absolute Grösse dieser Genüsse sein mag, um die Summe seines Genusses zum Grössten zu bringen, bevor er auch nur den grössten sich vollaus bereitet, sie alle teilweise bereiten, und zwar in einem solchen Verhältniss, dass die Grösse eines Genusses in dem Augenblick, in welchem seine Bereitung abgebrochen wird, bei allen noch die gleiche bleibt."

 


Arbeitsblatt: Schematische Uebersicht über die Güterarten


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