Mengen- und Preisvorstellungen kennzeichnen die

Nachfrage

 

Nachfrager sind potentielle Käufer. Sie sind gewillt, abhängig vom Preis, bestimmte Mengen eines Gutes zu beschaffen.

Eine neue Küche für höchstens Fr. 20'000.--.
500 Gramm Spargel zu höchstens Fr. 6.50.
Vier Hilfskräfte zu einem Monatslohn von Fr. 3'000.- maximal.

Werden die individuellen Nachfragen zusammengefasst (aggregiert), ergibt sich die Gesamtnachfrage nach einem Gut auf einem Markt.


Sofie plant ihr Mittagessen. Sie entscheidet sich für Gurkensalat. Sie hat zwar Oel und Essig, Salz, eine Salatschüssel, ein Rüstmesser, eine Gabel, einen Teller, aber sie hat keine Gurke. Folglich gesellt sich Sofie auf dem Gemüsemarkt zu allen andern, die dort Gurken beschaffen wollen. Sofie erhöht auf dem Gemüsemarkt mit ihrer individuellen Nachfrage die Gesamtnachfrage nach Gurken.  

Führt ein Bedarf zum Willen, ein Gut auf einem Markt zu beschaffen, entsteht auf diesem Markt eine Nachfrage. Ein Nachfrager will ein bestimmtes Gut beschaffen. Allerdings ist er in der Regel nicht bereit, jeden Preis für das Gut zu bezahlen. Er hat eine bestimmte Vorstellung, was er höchstens für das Gut bezahlen will. Er hofft allerdings, dass er das Gut günstiger erhält, dass der Marktpreis tiefer liegt. Er hofft auf eine sogenannte Konsumentenrente. Liegt der Marktpreis über seiner Preisvorstellung, verzichtet er auf die Beschaffung des Gutes. Sein Bedarf bleibt ungedeckt. Eventuell entsteht eine Nachfrage nach einem andern Gut, bei dem der Nachfrager hofft, dass seine Preisvorstellung eher dem Marktpreis entspricht.

 

Zwischen dem Nachfragepreis (p) und der Nachfragemenge (x) eines Gutes bestehen Abhängigkeiten, die durch die Nachfragefunktion (Preis-Absatz-Funktion) beschrieben werden. Die Nachfragefunktion x = f(p) bzw. p = f(x) gibt an, bei welchem Preis welche Menge nachgefragt wird. Die Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen die nachgefragte Menge fällt, wenn der Preis erhöht wird. Zu einem tiefern Preis werden mehr Güter nachgefragt. Man spricht in einem solchen Fall von einer normalen Nachfragefunktion. In seltenen Fällen, z.B. bei Gütern mit Snob-Appeal, die über ihren hohen Preis das Ansehen des Käufers in der Gesellschaft erhöhen, verhält es sich umgekehrt. Je teurer ein Gut ist, je mehr wird davon nachgefragt. In einem solchen Fall liegt eine anomale Nachfragefunktion vor.

Der normale Verlauf der Nachfrage

Je tiefer der Nachfragepreis, je grösser ist die nachgefragte Menge. Im Nachfragediagramm verläuft die Nachfragekurve von oben links nach unten rechts.

Der anomale Verlauf der Nachfrage

Je höher der Nachfragepreis, je grösser ist die nachgefragte Menge. Die Nachfragekurve verläuft von unten links nach oben rechts.

 

Die aufgezeichnete Nachfragefunktion ist linear. Der Preis sinkt mit jeder zusätzlichen Mengeneinheit um dem gleichen Betrag. In der Wirklichkeit besteht in der Regel eine nicht lineare Beziehung zwischen dem Nachfragepreis und der Nachfragemenge. Bei der im Diagramm aufgezeichneten Nachfragefunktion wird bei einem tiefen Preis eine geringe Menge nachgefragt. Bei einem höhern Preis hingegen wird die nachgefragte Menge grösser. Der Nachfrageverlauf ist nicht linear. Die zusätzlich nachgefragte Menge fällt mit jeder zusätzlichen Preiseinheit kleiner aus.


Steigt die Nachfrage, so verschiebt sich die Nachfragekurve nach rechts. Sinkt die Nachfrage, so verschiebt sich die Nachfragekurve nach links
.

 

Ursachen für die Verschiebung der Nachfrage sind

  • Veränderungen beim Bedarf (z.B. weil sich das Wetter, die Vorlieben, der Geschmack, die Grösse oder die Struktur der Bevölkerung verändert hat.)
  • Veränderungen beim verfügbaren Einkommen,
  • Veränderungen bei den Marktpreisen von andern Gütern,
  • andere Erwartungen z.B. bezüglich der Preisentwicklung von Gütern, des eigenen Einkommens, des zukünftigen persönlichen Bedarfs.
 


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